Gehört den Mutigen die Welt und was hat das mit unserem Gehirn und vor allem mit Stressbewältigung zu tun?
Ja – natürlich brauchen wir Mut, um…
… nach vielen Jahren wieder aufeinander zuzugehen
… Dinge anzusprechen, die lieber unausgesprochen bleiben
… einen Schlussstrich zu ziehen
… Neues und Größeres anzupacken
… um ehrlich zu sich selbst und zu anderen zu sein
Um nur ein paar Beispiele aus meinem Einzelcoaching zu nennen.
Zwei Fragen für mutige Antworten
Wann warst du das letzte Mal mutig?
Und wo wärst du eigentlich gern mutiger?
Diese zwei Fragen habe ich auch vor kurzem meinen Seminarteilnehmer*innen gestellt und die Antwort auf die zweite Frage möchte ich gerne an dieser Stelle teilen.
Das Team erzählte mir von einer ganz lieben Kollegin, die allerdings stark nach Schweiß riecht. Alle nehmen es wahr und leiden ein Stück weit darunter. Und doch hatte bisher niemand den Mut gehabt, es anzusprechen.
Plötzlich war es ganz still im Raum, die unbeantwortete Frage „schwebte“ über uns:
Sprechen wir es an, wenn ja, wer – oder schweigen wir weiter?
Was unser Gehirn damit zu tun hat
In solchen Momenten läuft in unserem Kopf ein ziemlich klares Programm ab:
Unsere Amygdala – die Angstzentrale – schlägt Alarm:
„Vorsicht! Das könnte jetzt unangenehm für mich werden!“
- Was, wenn ich die andere verletze?
- Was, wenn es peinlich wird?
- Was, wenn ich mich blamiere?
Der Körper reagiert mit Stress und die „Vermeidungsstrategie“ fühlt sich plötzlich völlig richtig an.
Das Fatale daran ist, genau hier kommt Mut ins Spiel!
Wenn wir mutig sind, aktivieren wir eines unserer wichtigsten Zentren im Kopf, den präfrontalen Cortex (Stirnlappen), unser Kontrollzentrum. Dort sitzen unter anderem unser Arbeitsgedächtnis, die Konzentration und unser Wertesystem.
Wenn wir mutig sind, übernehmen wir bewusst die Führung – wir handeln, trotz
Unsicherheit.
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben.
Mut heißt, trotz Angst ganz bewusst zu handeln – das ist ein großer und entscheidender Unterschied!
Also gehört den Mutigen wirklich die Welt?
Vielleicht gehört ihnen nicht automatisch „die ganze Welt“.
Aber etwas Entscheidendes gehört ihnen ganz sicher:
- Mehr Handlungsspielraum
- Mehr innere Ruhe
- Weniger Dauerstress
Denn das Spannende dabei ist, nicht der mutige Schritt verursacht langfristig Stress – sondern das Ausweichen.
- Dinge nicht ansprechen
- Entscheidungen aufschieben
- Situationen aushalten
Unser Gehirn speichert dann: „Gut, dass wir es vermieden haben“ – und hält die Angst aktiv.
Also, es lohnt sich, mutig zu sein, denn es wirkt wie ein Training:
- Die Angst wird kleiner
- Die Selbstwirksamkeit wächst
- Stress nimmt langfristig ab
Deshalb ist mutig zu sein tatsächlich eine Form von Stressprävention.
Und wie spreche ich das jetzt an?
Zurück zur Seminarfrage – wie sollen wir es der Kollegin sagen?
Mut heißt nicht, etwas „rauszuhauen“ – sondern bewusst und respektvoll zu handeln.
Zum Beispiel:
- Unter vier Augen sprechen
- Ehrlich, aber wertschätzend einsteigen
- Bei der eigenen Wahrnehmung bleiben
- Raum für die andere Person lassen
In solch einem Prozess ist eine Portion Empathie ein guter und wichtiger Begleiter, die den Unterschied macht.
Mut beginnt selten mit einem großen Sprung – sondern oft mit einem ersten ehrlichen Satz.
Und was soll ich sagen… die Kollegin war sehr dankbar, dass es aus dem Team einen Mutigen gab, der mit ihr gesprochen hat.
Ganz persönlich
Während ich das schreibe, merke ich, auch ich bin gerade ziemlich mutig.
Nach 15 Jahren Überzeugung, dass die LINK MOVES® Ausbildung nur in Präsenz funktioniert, stellen wir gerade alles auf online um. Und ja, das fordert mich heraus und in manch schlafloser Nacht überlege ich mir, ob mein Mut mich gerade überholt, doch gleichzeitig fühlt sich alles gut, richtig und nach Wachstum an.
Lust, das „Mut-Programm“ zu aktivieren?
Wer erfahren möchte, wie man diesen „Alarm“ dämpft und den Weg für mehr mentale Stärke frei macht, ist herzlich zu meiner kommenden 3-teiligen Webinarreihe eingeladen. Wir schauen uns dort gemeinsam an, wie neurozentrierte Impulse helfen, das Gehirn aus der Blockade zu lösen.
Termin 1: 18, Mai 2026
Termin 2: 20. Mai 2026
Termin 3: 22. Mai 2026
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